... Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts

Frage 1: Wie würden Sie Ihren Eltern Ihre Tätigkeit beschreiben?

Das Bundeskartellamt achtet auf einen fairen und unverfälschten Wettbewerb zwischen den Unternehmen. Wenn sie die Regeln durch illegale Absprachen oder Missbrauch von Marktmacht verletzen, greifen wir ein. Und wir wachen über Fusionen, damit Unternehmen nicht zu groß werden. Wettbewerbsschutz mit dem Kartellgesetz, dem „Grundgesetz der sozialen Marktwirtschaft“, ist der beste Verbraucherschutz.

Frage 2: Erzählen Sie von der bislang spannendsten Erfahrung in Ihrer beruflichen Laufbahn…

Als Referent für Arbeits- und Sozialrecht bei der FDP-Bundestagsfraktion war ich eng in den Bonner und Berliner Politikbetrieb eingebunden. Spannend waren die hochkontroversen Diskussionen um die Pflegeversicherung oder die Reformen des Renten- und Sozialrechts Ende der 1990er Jahre. Als Präsident des Bundeskartellamtes die politische Diskussion rund um das Fusionsverfahren EDEKA/Kaisers’s Tengelmann, die Entscheidungen in den vielen Kartellfällen (Kaffee, Bier, Wurst), der aktuelle Facebook-Fall.

Frage 3: Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Bundeskanzler?

Ungeachtet jeder Zuständigkeit: Das Schulwesen in Deutschland auf Vordermann bringen. Ein ansprechendes Lernumfeld schaffen, Schulen sanieren. Mehr Lehrer einstellen, Lehrer entlasten, kleinere Klassen ermöglichen. Die Inklusion überdenken, sinnvolle Förderung für den einzelnen Schüler. Und konzentrierter Deutschunterricht für nicht deutschsprachige Schüler. Eigentliche Ländersache, aber da müssen alle ihren Beitrag leisten.

Frage 4: Unredlich in der Interessenvertretung ist nicht nur Geld, sondern auch…

...zu verschleiern, dass eine bestimmte Aktivität in Wahrheit reine Interessenvertretung ist. Ich denke u.a. an viele wissenschaftliche Beiträge, die durch massives Sponsoring durch Unternehmen erst möglich werden, was aber an keiner Stelle offengelegt wird.

Frage 5: Welches politische Buch retten Sie, wenn es brennt?

Es müssen zwei Bücher sein. Von Christopher Clark „Die Schlafwandler: Wie Europa in den ersten Weltkrieg zog“. Und Ich habe gerade „Anmerkungen zu Hitler“ von Sebastian Haffner noch einmal gelesen, immer noch Pflichtlektüre.