Guter Rat ist teuer, schlechte Ratgeber kommen teurer. Nie war es schwerer als heute, Botschaften glaubwürdig und effektiv auf der öffentlichen Bühne zu vermitteln. Wie kann man die Wirksamkeit von Botschaften messen und gewährleisten? Nach welchen Kriterien bemisst sich der Erfolg politischer Kommunikation, und welche Hilfsmittel stehen für die Entscheidungsfindung zur Verfügung? Was sind die Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit mit Beratern?
Die dritte gemeinsame Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de’ge’pol) und des FES-Landesbüros Berlin beschäftigte sich am 29. August mit Messbarkeit und dem Management von Qualität in Politikberatung und politischer Kommunikation.
Für Richard Hilmer, Geschäftsführer von Infratest dimap, ist frühes Messen unverzichtbare Voraussetzung jeder gelungenen strategischen Kommunikation, sei es z.B. in Wahlkämpfen, bei öffentlichen Kampagnen oder auch bei Konzepten und Begriffen. Daneben spricht für den auf Wirkung hinarbeitenden Empiriker der hohe Preis einer jeden Kampagne für den Einsatz von Tests zur Optimierung in allen Phasen von Kommunikation.
Heiko Kretschmer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Johanssen und Kretschmer, widersprach der These, dass die Vermittelbarkeit von Politik durch Tests steigen könne, vehement. Er sieht in dem oft benannten Vermittlungsproblem von Politik viel eher ein Glaubwürdigkeitsproblem. Klaus Peter Schmidt-Deguelle, langjähriger Kommunikationsberater des Finanzministers, arbeitete den Gegensatz im Umgang mit Beratung von Unternehmen und Politik heraus: „Unternehmen nehmen Beratung mehr ernst, wenn sie viel kostet. In der Politik ist es meistens umgekehrt.“ Nach wie vor sei Politik nur begrenzt bereit, Beratung und Beratungsergebnisse zu akzeptieren – Verwaltungen noch viel weniger als politische Parteien. Eine enge Verzahnung von politischer Planung und begleitender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist nach seiner Erfahrung aber im Grundsatz unabdingbar. Was unterscheidet gute und schlechte Politikberatung? Dr. Marco Althaus, Direktor des Deutschen Instituts für Public Affairs stellte die wichtigsten Elemente des umfangreichen Kriterienkatalogs der de’ge’pol vor.
erschienen in FES-Info 03/05
Was ist Politikberatung?
Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2010.
PDF zum DownloadEckpunktepapier der de'ge'pol zu einem Register für Interessenvertreter in Deutschland.
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