Diskussionspapier beschlossen - de'ge'pol Mitgliederversammlung spricht sich für ein universelles Lobbyregister und freiwillige Selbstkontrolle aus

Die de'ge'pol-Mitglieder haben am 22.05.2017 einstimmig ein Diskussionspapier verabschiedet. Dieses beruht auf den bisherigen de'ge'pol-Papieren zur Regulierung der Interessenvertretung. Die Mitgliederversammlung sendet damit deutliche Signale für die weitere Positionierung: Ja zu einem weitgehend ausnahmslosen Lobbyregister und ja zur freiwilligen Selbstkontrolle. In den nächsten Monaten sind die de'ge'pol-Mitglieder eingeladen, die Positionierung weiter zu diskutieren und zu schärfen und im Herbst 2017 ein Positionspapier zu verabschieden.

Hauptthema der Mitgliederversammlung war ein vom Vorstand vorgelegter Entwurf eines Diskussionspapiers. In der Diskussion herrschte Einigkeit insbesondere zur Bedeutung von Interessenvertretung als zentraler Bestandteil von Demokratie. Ebenso bestand Einigkeit, dass der Begriff Interessenvertretung weit zu fassen ist. Eine Regulierung von Interessenvertretung ist aus Sicht der de'ge'pol folgerichtig nur dann sinnvoll, wenn es für alle Interessenvertreter gilt und nur wenig verfassungsrechtlich zwingende Ausnahmen bestehen. Dies gilt insbesondere für das für alle Interessenvertreter verpflichtendes Lobbyregister, welches ohne wettbewerbsverzerrende Elemente ausgestaltet werden muss.

Ein weiteres zentrales Thema für die Positionierung der de'ge'pol ist unter anderem der Interessenvertretungsbeauftragte als Ombudsperson für Bürgerinnen und Bürger und Ausgangspunkt einer Diskussion zur Redlichkeit in der Interessenvertretung.

Die intensive Diskussion in der Mitgliederversammlung zeigte außerdem, dass eine funktionierende Selbstkontrolle außerhalb der Organe der de'ge'pol entscheidend ist und auch im Kontext von Regulierungsmaßnahmen ein wichtiges Instrument sein wird.  Zur professionellen Interessenvertretung gehört auch das Setzen von Standards und die Sanktion von Verstößen gegen die brancheneigenen Kodizes. Damit gibt die de'ge'pol ein klares Zeichen, wie Vertrauen in Politik und Interessenvertretung wieder gestärkt werden kann. Eine Änderung der de'ge'pol Satzung ermöglicht nun die Trägerschaft in mehreren Gremien der freiwilligen Selbstkontrolle.

Weitere Informationen:

Das am 22.05.2017 verabschiedete Diskussionspapier ist hier verfügbar.

Das Diskussionspapier soll als aktualisierter Rahmen eine Grundlage für die Festlegung der Positionen der de'ge'pol für Gespräche zur nächsten Legislaturperiode legen. Ausgehend vom verabschiedeten Diskussionspapier sollen in den nächsten Monaten die Positionen der de'ge'pol-Mitglieder zu einzelnen Regulierungsmaßnahmen von Interessenvertretung durch eine umfassende Online-Mitgliederbefragung ermittelt werden. Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung münden im Herbst 2017 in ein Positionspapier des Verbandes.

7th EU MEETING OF PUBLIC AFFAIRS COMMUNITY OF EUROPE (P.A.C.E) ATHENS, 12TH – 13TH May 2017

P.A.C.E. PRESS RELEASE
 

The Public Affairs Community of Europe (PACE), which gathers national associations of lobbyists and public affairs professionals across Europe, has held its 7th EU annual meeting on May 12th-13th in Athens, Greece, hosted by the Greek colleagues of Palladian Communications.

This year’s debate focused on the current legal developments on lobbying regulations across Europe, where new provisions are under discussion in many Countries such as Czech Republic, Spain and Romania.

The increasing attention on lobbying activities and the strict link with transparency, integrity and the decision-making process, has determined a growing number of legislative proposals which also led to the setting up of many lobbyists national associations in Europe, passing from 10 national associations in 2010 to 15 associations in 2017.

The phenomena don’t concern just EU Countries, but it is spreading across Europe. For this reason, PACE has decided to invite national associations established outside the EU boundaries, such as in Switzerland and Serbia, as well as the Brussels-based organizations, EPACA and SEAP, adopting therefore an inclusive approach to share a common view on such issues, in order to promote a more homogeneous framework.

PACE is committed with the values of Transparency and Professionalism. For this reason, as in the past three years, Transparency International, represented by Mr. Daniel Freund this year, took part in the event. We were also honoured with the presence of Mr. Charis Kountouros of the Greek EP Representation, and Prof. Yannis Panusis.

Considering therefore the expansion of the Community and its increasing representativeness, the PACE community has decided to take a major step forward and register an international non-profit association (AISBL) in Brussels, while maintaining its Secretariat in Rome.

Additionally, Ms. Maria Rosa Rotondo (Spain) was elected as President of the new AISBL, with Mr. Giuseppe Mazzei (Italy) as Honorary President, and Ms. Laura Florea (Romania), Mr. Dominik Meier (Germany) and Mr. Vaclav Nekvapil (Czech Republic) as Vice-presidents.  Mr. Eric Schell (France) accepted the role of Treasurer, and Ms. Micol Bertoni was confirmed as Secretary General.

According to the new President, Ms. Maria Rosa Rotondo “Setting up an international association in Belgium, while maintaining our traditional Secretariat in Rome, is a major step forward for the PACE Community, who wants to raise attention of the European institutions and the national Governments on the critical importance of fostering a balanced framework of rights and obligations for lobbyists across Europe.”

The next PACE meetings will be held in May 2018 in Cyprus (Nicosia) and in May 2019 in the Czech Republic (Prague).

 

About PACE

PACE is a Europe-wide community of National Lobbyists Associations and public affairs professionals committed with the enhancement of the positive role that transparent lobbying can provide to democratic participation.

Current participants represent national public affairs associations of Austria (OEPAV), Bulgaria (Bulgarian Association of Public Affairs Specialists – BAPAS) Czech Republic (APAA), Cyprus (Cyprus Association of Lobbyists and Public Affairs Professionals ltd - LPAP), Croatia (HDL), France (AFCL), Italy (Il Chiostro), Germany (de’ge’pol), Romania (RLRA), Spain (APRI), The Netherlands (BVPA), Serbia, Slovenia, Switzerland (SSPA) and public affairs professionals of Greece, Portugal, or Estonia, among other contries.

PACE was launched as a joint Initiative of The Italian Association “IL Chiostro” and the Spanish APRI on the 7th of May 2011 in Rome as a common platform of national organizations of European public affairs professionals and lobbyists. In the following years annual meetings were organized in Madrid ( A.P.R.I. - 2012), in Paris (A.F.C.L. -2013) and in Berlin (DE’GE’POL - 2014), in Vienna (OePAV-2015), in Bucharest (RLRA-2016) and in Athens (Palladian Communication – 2017)

More info

For contacts:

Ms. Micol Bertoni - PACE General Secretariat

Website: www.paceurope.eu; mail: staff@paceurope.eu; mob: +39.349.3936723

Die Pressemitteilung als pdf.

de'ge'pol begrüßt Wegmarken des SPD-Gesetzentwurfs, fordert aber Nachbesserungen im Detail

Die SPD-Fraktion hat am 24.02.2017 den Entwurf eines Gesetzes veröffentlicht, mit dem sie ihre Vorstellungen für die Einführung eines Lobbyregisters und eines Interessenbeauftragten beim Bundestag vorstellt. Als berufsständische Vereinigung der Politikberaterinnen und –berater sieht die de'ge'pol in diesem Entwurf Licht, aber auch ein paar Schatten im Detail. Diese Punkte müssen nun konstruktiv diskutiert werden.

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de'ge'pol-Vorsitzender Dominik Meier in den Beirat von Transparency International Deutschland e.V. berufen

Die de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. gibt bekannt, dass ihr Vorsitzender Dominik Meier in den Beirat von Transparency International Deutschland e.V. berufen wurde. Mit diesem Schritt vertieft die de'ge'pol ihre langjährige und erfolgreiche Kooperation mit Deutschlands wichtigster zivilgesellschaftlicher Institution im Kampf gegen Korruption. „Ich sehe die Berufung als Motivation, verstärkt gemeinsam Politikverachtung und Populismus in Deutschland zu bekämpfen", sagt Dominik Meier. 

de'ge'pol bringt das Vorgehen der Agentur NWMD in ein Rügeverfahren vor den Deutschen Rat für Public Relations und fordert erneut den Interessenbeauftragten beim Deutschen Bundestag

Der Berichterstattung des ZDF vom 22.11.2016 zufolge soll die Agentur NWMD Network Media GmbH, eine Tochter des SPD-eigenen vorwärts Verlages, gegen Zahlung von bis zu 7000 Euro, Treffen mit SPD-Spitzenpolitikern an Unternehmen und Interessenvertreter vermittelt haben. Nach Frontal 21-Recherchen nahmen neben Ministern und Staatssekretären auch Mitglieder der Fraktions- und Parteispitze an so genannten "vorwärts"-Gesprächen teil.

Soweit diese Rechercheergebnisse zutreffen, sieht die de’ge’pol hierin einen Verstoß gegen die geltenden Kodizes der Public Affairs Branche. Finanzielle Anreize und Zuwendungen sind nach dem de’ge’pol-Kodex ebenso verboten, wie nach der DRPR-Richtlinie zur Kontaktpflege im politischen Raum. Die de’ge’pol hat daher angeregt, dass die Angelegenheit vom DRPR Deutschen Rat für Public Relations, dem Selbstkontrollgremium der PR- und Public Affairs Branche, geprüft wird. Der Deutsche Bundestag hat zwischenzeitlich erklärt, einen Verstoß gegen das Recht der Parteienfinanzierung nicht feststellen zu können.

„Auch wenn keine illegale Parteienfinanzierung vorliegt, ergeben sich doch Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die ethischen Grundsätze der PR- und Public Affairs Branche.“, so Rechtsanwalt Carsten J. Diercks, Stellvertretender Vorsitzender der de'ge'pol. „Gerade die Wiederholung eines in der Grauzone liegenden Vorgehens zeigt, dass die bestehenden Instrumente zur Transparenzprüfung, wie etwa bei der Prüfung der Parteifinanzen durch die Verwaltung, eine Lücke lassen. Zur Stärkung des Vertrauens in die Politik und Abwendung von Schaden für das demokratische Gemeinwesen muss daher mit dem Interessenbeauftragten beim Bundestag dringend eine unabhängige Instanz geschaffen werden. Nur dieser kann umfassend und in alle Richtungen Vorgänge auf die Redlichkeit der Interessenvertretung untersuchen.“

Die de’ge’pol hatte vorgeschlagen, beim Deutschen Bundestag einen Interessenbeauftragten zu schaffen, der unter Abwägung aller Umstände und verfassungsrechtlicher Grundsätze und auf Grundlage eines gesellschaftlichen Konsens sein Augenmerk auf die Zulässigkeit und Redlichkeit der Formen von Interessenvertretung richtet. Anders als die an das Recht der Parteienfinanzierung gebundene Verwaltung des Bundestages, könnte der von der de’ge’pol konzipierte Interessenbeauftragte als unabhängige und bei der Volksvertretung angesiedelte Institution aufzeigen, dass hier ein Missstand in der Interessenvertretung vorliegt, der abzustellen ist. Die im Fall der NWMD entstehende Lücke bei der Beurteilung zwischen rechtlich Zulässigem und demokratisch Bedenklichem wäre durch den Interessenbeauftragten gefüllt. Die de’ge’pol sieht in diesem Modell eine effektive Maßnahme zur Stärkung des Vertrauens in die Politik.

 

Hintergrund:

Die de'ge'pol ist der berufsständische Verband der in der Interessenvertretung tätigen Personen und Unternehmen. Sie wurde 2002 gegründet. Alle ihre Mitglieder verpflichten sich auf die Einhaltung des de'ge'pol-Verhaltenskodex. Zu den politischen Forderungen der de'ge'pol gehört seit 2009 die Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters, zur Schaffung von Transparenz und Vertrauen in der politischen Willensbildung.

Der Interessenbeauftragte soll unter anderem auf der Grundlage von Hinweisen oder durch eigene Erkenntnisse über Missstände der Interessenvertretung tätig werden. Er kann dabei Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und untersuchen. Durch Aufarbeitung und Thematisierung von Verstößen kann der Beauftragte zu einem Konsens über zulässige und redliche Formen der Interessenvertretung beitragen. Damit wird den Bürgerinnen und Bürgern eine konstante und effektive Anlaufstelle beim Deutschen Bundestag geboten. Zusammen mit dem Petitionsausschuss trägt der Beauftragte so zur Stärkung des Vertrauens in die gesamte Institution bei.

Nebentätigkeiten des Bundestagsabgeordneten Hahn: de'ge'pol fordert angesichts von mutmaßlichem Interessenkonflikt Regelungen für mehr Transparenz und Vertrauen

Die de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. nimmt die Berichterstattung von SPIEGEL und Report Mainz vom 29.10.2016 über bezahlte Nebentätigkeiten des Abgeordneten Florian Hahn in den Bereichen, in denen er im Deutschen Bundestag Funktionen innehat, zum Anlass, erneut nachdrücklich für mehr Transparenz und Vertrauen in der Interessenvertretung zu werben. Sie plädiert für ein verbindliches Lobbyregister oder einen Interessenbeauftragten beim Deutschen Bundestag, der solche Missstände thematisieren und aufarbeiten könne.

Sollten die Berichte zutreffen, sieht die de’ge’pol hierin einen Interessenkonflikt, der über andere Fälle von Abgeordneten mit Aufsichtsratsfunktionen in Nebentätigkeit hinausgehe. Dass hier über Geschäfte des Bundes unter dem Verdacht der Einflussnahme an den Grenzen der Befangenheit entschieden wird, stellt eine Beeinträchtigung des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in die Funktionsweise des politischen Systems und damit eine Gefahr für das demokratische Gemeinwesen dar.

„Die Trennung von politischem Mandat und bezahlter Interessenvertretung ist – bei allem Respekt vor der verfassungsrechtlichen Freiheit des Mandats – seit Jahren ein wichtiges Anliegen der de’ge’pol“, so Dominik Meier, Vorsitzender der de'ge'pol. „Bereits seit 2009 fordern wir dazu ein verbindliches Lobbyregister. Außerdem haben wir im letzten Jahr das Modell eines Interessenbeauftragten beim Deutschen Bundestag in die Diskussion eingebracht, der stärker auf die Form und Redlichkeit der Interessenvertretung abstellen soll, als dies ein bloßes Register von Interessen bewirken kann." Gerade in einem Fall wie dem vorliegenden zeige sich exemplarisch, wie sich der Interessenbeauftragte der Sache annehmen und beispielsweise bei der Entwicklung von Leitlinien für die Abgeordneten mitwirken könnte. Durch die Anbindung an das Parlament werde dabei auch die Freiheit des Mandats gewahrt.

„Im vorliegenden Fall wird auch wieder deutlich, dass Interessenvertreter innerhalb und außerhalb des Parlaments im selben Boot sitzen. Dieses Boot heißt Demokratie. Wenn das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger auf solche Art und Weise zerstört wird, dann wird auch die Demokratie löchrig. Wir sollten daher nicht nur oberflächliche, sondern auch tiefer wirkende Maßnahmen erwägen. Auch wenn es für alle Beteiligten ein Lernprozess und für manche gegebenenfalls ein finanzieller Schmerz wird“, ergänzt Heiko Kretschmer, Ethikbeauftragter und Schatzmeister der de’ge’pol.

Ein Verhaltenskodex für Abgeordnete zur Vermeidung von Interessenkonflikten wird auch von anderen Organisationen gefordert. Die de’ge’pol hat sich im Rahmen des Konzepts des Interessenbeauftragten beim Deutschen Bundestag intensiv mit der verfassungsrechtlich zulässigen Konstruktion einer solchen Institution auseinandergesetzt. Sie sieht in diesem Modell die Lösung für die vielfältigen Probleme anderer Überlegungen zur Stärkung von Transparenz und Vertrauen in die Politik, seien es verfassungsrechtliche Bedenken gegenüber dem Lobbyregister oder die Herausforderungen für Bürgerinnen und Bürger angesichts ausufernder Informationsmengen aus unstrukturierten Transparenzmaßnahmen.

 

Hintergrund:

Nach Recherchen des SPIEGEL und des ARD-Magazins „Report Mainz“ war der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn im Verteidigungsausschuss als Berichterstatter seiner Fraktion für mehrere Rüstungsprojekte zuständig und soll sich dort für bestimmte Projekte eingesetzt haben, bei denen ein Unternehmen aus seinem Wahlkreis zum Zuge kommen sollte. Gleichzeitig erhielt Hahn als Aufsichtsratsmitglied dieses Unternehmens einen Betrag von 30.000 € jährlich.

Die de'ge'pol ist der berufsständische Verband der in der Interessenvertretung tätigen Personen und Unternehmen. Sie wurde 2002 gegründet. Alle ihre Mitglieder verpflichten sich auf die Einhaltung des de'ge'pol-Verhaltenskodex. Zu den politischen Forderungen der de'ge'pol gehört seit 2009 die Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters zur Schaffung von Transparenz und Vertrauen in der politischen Willensbildung sowie seit 2015 auch die Einrichtung eines Beauftragten für Interessenvertretung beim Deutschen Bundestag.

Der Interessenbeauftragte soll unter anderem auf Hinweise oder durch eigene Erkenntnisse über Missstände der Interessenvertretung tätig werden. Er kann so etwa Informationen aus verschiedenen Quellen unabhängig zusammenführen und wirkt dadurch besser als ein nur einzelne Aspekte beleuchtendes Lobbyregister, ein legislativer Fußabdruck oder andere bloße Informationssammlungen. Durch Aufarbeitung und Thematisierung kann der Beauftragte zu einem Konsens über zulässige und redliche Formen der Interessenvertretung beitragen. Durch einen Beauftragten mit einigen wenigen Mitarbeitern wird dadurch für die Bürgerinnen und Bürger eine Anlaufstelle beim Deutschen Bundestag geboten, die zusammen mit dem Petitionsausschuss zu einer Stärkung des Vertrauens in die gesamte Institution führt.

Plattform für Nachwuchskräfte in der Politikberatung: de'ge'pol startet Young Professionals-Programm COM

Mit einer bis auf den letzten Platz gefüllten Kick Off-Veranstaltung in Berlin hat die de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. gestern ihr Nachwuchsprogramm COM vorgestellt. Über 40 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, sich über das Programm zu informieren, ihre eigenen Ideen einzubringen sowie den Austausch untereinander voranzutreiben.

„Wir sind beeindruckt und hocherfreut über die hohe Resonanz, die der Start unseres Programms hervorgerufen hat“, so Carsten J. Diercks, stellvertretender Vorsitzender der de'ge'pol und Beauftragter des Vorstands für die Nachwuchsarbeit. „Der große Anklang, den unsere Auftaktveranstaltung hervorgerufen hat, zeigt deutlich die starke Nachfrage nach Vernetzung und Austausch bei Absolventen und Berufseinsteigern im Bereich der politischen Beratung", freuen sich Bettina Hornbach und Oliver Adrian als Mitglieder des COM-Teams.

Als Netzwerk der jungen Politikberaterinnen und Politikberater in der Hauptstadt baut die de'ge'pol COM auf den Grundpfeilern Community, Karriere und Wissen auf. Eine Reihe von Aktivitäten von Stammtischen über fachliche Diskussionen bis hin zu Exkursionen sollen die jungen Leute untereinander vernetzen als auch mit erfahrenen Kräften der Branche zusammenbringen. Dabei steht der Gemeinschaftsgedanke stets im Vordergrund: Die COM wird getragen von gemeinsam entwickelten Ideen und dem Engagement ihrer Mitglieder.

„Wir freuen uns über den gelungenen Start des COM-Programms“, ergänzt Dominik Meier, der Vorsitzende der de'ge'pol. „In der politischen Beratung gibt es großes Interesse an einem stärkeren Erfahrungs- und Wissensaustausch. Mit der de'ge'pol COM betreiben wir eine nachhaltig wirksame Nachwuchsarbeit nicht nur für uns als Berufsverband, sondern für die gesamte Branche.“ Dies zeigten auch die positiven Reaktionen aus den Reihen der Mitglieder im Vorfeld des Programmstarts.

Kommerzieller Aktivismus ohne Datenschutz? de'ge'pol fordert mehr Transparenz von abgeordnetenwatch.de und change.org bei Datenschutz und Geschäftsmodell

Die de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. fordert Gregor Hackmack als Deutschlandchef der Kampagnenplattform change.org sowie auch als Geschäftsführer der hinter abgeordnetenwatch.de stehenden Organisationen angesichts der Verleihung des Datenschutz-Negativpreises BigBrotherAward auf, die Geschäftsmodelle der beiden Portale und die Verknüpfungen zwischen ihnen transparent zu machen.

„change.org ist bisher eine ausreichende Erklärung schuldig geblieben, ob personenbezogene Daten von Unterzeichnern in Verbindung mit ihren politischen Meinungsäußerungen vermarktet werden“, so Dominik Meier, Vorsitzender der de'ge'pol. „Wir fordern von Herrn Hackmack eine Klarstellung zu den vorgebrachten Anschuldigungen. Dies gilt insbesondere für die Verknüpfungen zwischen change.org und der Plattform abgeordnetenwatch.de, die von dem Verein Parlamentwatch sowie einer gleichnamigen GmbH betrieben wird.“ Gerade im Sinne der durch diese Organisationen beschworenen Transparenz gelte es jetzt aufzuklären, inwieweit beide Plattformen miteinander verknüpft sind und etwa Nutzerdaten austauschen. „Aus diesem Grund haben wir den Deutschen Rat für Public Relations (DRPR) als Schiedsstelle und unabhängiges Kontrollorgan der Kommunikations-Branche gebeten, den Fall auf Basis seiner neutralen und objektiven Kriterien einer Prüfung zu unterziehen“, so Meier.

„Besorgniserregend ist, dass abgeordnetenwatch.de in einer engen Verbindung mit change.org steht, das offenbar die gesetzlichen Mindeststandards in Deutschland und der EU unterläuft“, kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der de'ge'pol, Rechtsanwalt Carsten J. Diercks. Die Intention, gesellschaftliche Kampagnen zu organisieren, rechtfertige keinen lockeren Umgang mit geltendem Recht. Zudem mute merkwürdig an, Regeln einzufordern und sich selbst nicht an solche zu halten. change.org ähnele eher einer typischen amerikanischen Agentur für Direktmarketing mit gesellschaftspolitischem Geschäftsfeld. Der Hauptsitz in den USA bewahre aber nicht davor, sich in der EU an lokales Recht für die Nutzung von personenbezogenen Daten halten zu müssen.

„abgeordnetenwatch.de und change.org sind schnell dabei, wenn es darum geht, Intransparenz und Profitorientierung in der Interessenvertretung schonungslos anzuprangern“, so der Ethikbeauftragte der de'ge'pol, Heiko Kretschmer. „Umso mehr irritieren uns die nun vorgebrachten massiven Anschuldigungen. Die geschäftliche und personelle Verquickung der beiden Unternehmenskonstrukte mutet in diesem Kontext höchst problematisch an. Inwieweit können change.org und abgeordnetenwatch.de garantieren, dass Erkenntnisse des einen Unternehmens nicht an das andere weiter gereicht werden?“

Die systematische Erfassung der Daten von Unterstützern gesellschaftlicher Kampagnen und die Verbindung mit einem politischen Forum wie abgeordnetenwatch.de erlaubt es, politische Bewegungsprofile anzufertigen und diese Analysen als Produkt zu verkaufen. Nichtsahnende Nutzer liefern so freiwillig eine Vielzahl an Informationen an diese Unternehmen. Mithilfe der dabei generierten Profile könnten die Plattformen ihre Nutzer gezielt lenken und damit auch kommerzielle Kampagnen zu Themen gegenüber der Politik lancieren.

 

Hintergrund

Am 22. April 2016 erhielt change.org vom Verein Digitalcourage e.V. den Negativpreis BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Wirtschaft.

In der Begründung wird change.org die Missachtung deutschen Datenschutzrechts vorgeworfen. Gestützt wird dies unter anderem durch ein Gutachten des ehemaligen Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert. Einen Mitschnitt der Veranstaltung gibt es auf der Videoplattform Vimeo zu sehen (Laudatio ab 40' und Erwiderung von change.org ab 53').

Der Versuch von change.org Deutschland, den BigBrotherAward ins Hauptquartier nach San Francisco zu schicken, ist dabei ein Ablenkungsmanöver. Ein Unternehmen wie die hiesige Dependance von change.org ist deutschem und europäischem Recht verpflichtet und kann sich dem nicht durch Verweis auf die US-amerikanische Zentrale entziehen.

Bereits seit Anfang 2015 kooperiert change.org bei ausgewählten Petitionen mit abgeordnetenwatch.de. Im sog. 'Petitionscheck' werden Abgeordnete gezielt zu ihrer Haltung zu diesen Petitionen befragt. Vor einigen Monaten hat abgeordnetenwatch.de außerdem das Produkt 'PetitionPlus' gestartet, mit dem die geschäftliche Kooperation der beiden Plattformen weiter intensiviert wurde. Auch hier wählt die Redaktion von abgeordnetenwatch.de Petitionen von Kampagnenplattformen wie change.org aus, sobald 100.000 Unterschriften erreicht worden sind. Daraufhin wird eine Umfrage in Auftrag gegeben, die die öffentliche Meinung zum Thema abbilden soll. Wird eine Mehrheit für das Anliegen ermittelt, werden alle beteiligten Abgeordneten zu einer Stellungnahme aufgefordert und die Antworten auf abgeordnetenwatch.de veröffentlicht.

change.org-Gründer Ben Rattray sieht in seiner Plattform ein Instrument, das den Leuten „mehr Macht als je zuvor“ gibt. Deutschlandchef Gregor Hackmack betrachtet die Kooperation zwischen den beiden Plattformen als einen „Türöffner zum Bundestag“. change.org verdient als Geschäftsunternehmen mit den über die Plattformen generierten Daten erhebliche Gelder. Das Geschäftsmodell von change.org gleicht dem einer Agentur für Direktmarketing im sozialen Bereich, die gegen Entgelt vor allem NGOs wie Greenpeace oder Amnesty International Zugang zu den eigenen Email-Datenbanken bietet und zielgerichtetes Marketing nach politischen Profilen betreibt. 

Vorwurf des Verstoßes gegen Verhaltenskodex: Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung zu Uwe Alschner

Zu den am 29. April im STERN erhobenen Vorwürfen äußert sich der Vorstand der de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. wie folgt.

Die im Artikel „Die zweifelhafte PR der Rossmann-Helfer“ von Hans-Martin Tillack erhobenen Vorwürfe gegen Uwe Alschner wiegen schwer. Bewusste Falschaussagen würden einen Verstoß sowohl gegen das in den Richtlinien des Deutschen Rates für Public Relations (DRPR) als auch im Ethikkodex der de'ge'pol niedergelegte Wahrhaftigkeitsgebot darstellen.

Gemäß den in der „Verfahrensweise für Vorgehen bei Verstößen gegen den de'ge'pol-Verhaltenskodex“ festgelegten Regularien hat der Vorstand der de'ge'pol deshalb den DRPR gebeten, ein Prüfverfahren zu eröffnen. Ein Ratsspruch des DRPR dient demnach als Grundlage für weitere mögliche Schritte vereinsrechtlicher Natur.

Reform der Zugangsregelung für Lobbyisten im Bundestag: de'ge'pol fordert Verknüpfung mit der Einführung eines Verhaltenskodex

Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de'ge'pol) begrüßt die angekündigten Pläne des Deutschen Bundestages, das System der Vergabe von Hausausweisen grundsätzlich zu überarbeiten. „Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt, mehr Transparenz und ein einheitliches Verfahren für alle Interessenvertreter zu schaffen“, so Dominik Meier, der Vorsitzende der de'ge'pol.

Hierbei ist entscheidend, dass die Zugangsregeln nicht Gegenstand politischer Verfahren sind. „Der Ältestenrat ist nun aufgefordert, klare Kriterien für die Ausstellung von Ausweisen zu definieren“, so Meier. Diese sollen die Grundlage für einheitliche und nachprüfbare Entscheidungen der Bundestagsverwaltung bilden. „Das Ziel sollte sein, die bisherige Verbändeliste so zu verändern, dass nicht lediglich ein Hausausweisregister entsteht. Vielmehr brauchen wir eine für alle Interessenvertreter verbindliche Registrierungssystematik“, verdeutlicht Meier.

„Diese geplante Neuregelung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um schließlich ein verpflichtendes Lobbyregister zu schaffen, mit einem Interessenbeauftragten als möglicher Ergänzung“, fügt Heiko Kretschmer, der Ethikbeauftragte der de'ge'pol, hinzu. Ein Eintrag solle darüber hinaus mit einer Verpflichtung auf einen Verhaltenskodex verknüpft werden, über deren Einhaltung ein Interessenbeauftragter wacht. „Solche Kodizes stellen wirksame Instrumente der Selbstkontrolle dar, wie es de'ge'pol und auch der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) schon lange vormachen“, so Kretschmer.

Die Debatte um Hausausweise zeigt auch, dass angesichts der tatsächlichen Anzahl von Interessenvertretern in Berlin der Zugang zum Parlament für Interessenvertretung ein nachgeordnetes Kriterium ist. Die Vertretung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen erfüllt eine unverzichtbare Funktion im politischen Gefüge. Die de'ge'pol wird die Diskussion über die Rolle und Rahmenbedingungen von Interessenvertretung und Lobbying weiter konstruktiv führen.

Wer verdient was im Public Affairs-Bereich?

Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung (de'ge'pol) hat in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Mauss Research eine Gehaltsstudie für die Public Affairs-Branche durchgeführt. Die Studie liefert erstmals einen umfassenden Überblick über Gehälter und Bonuszahlungen in der Branche. Die Herausforderung dieser Umfrage war, das heterogene Berufsfeld Public Affairs für eine systematische Untersuchung der Entlohnungsstrukturen zusammenzufassen.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich Public Affairs in den letzten Jahren zu einer hochprofessionellen Dienstleistung mit attraktiven Gehältern entwickelt hat. Public Affairs ist ein spannendes Berufsfeld, das auch hinsichtlich der Gehaltsstrukturen mit anderen Beratungsdienstleistern konkurrieren kann“, so der de'ge'pol-Vorsitzende Dominik Meier. „Gerade im Senior- und Top Level-Bereich spiegeln die Gehälter die Anerkennung der Bedeutung von Politikberatung für Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft wider.“

An der im September 2015 durchgeführten Umfrage nahmen fast 400 Personen teil. Die Ergebnisse können ab sofort auf der Website der de'ge'pol (www.degepol.de/gehaltsumfrage) abgerufen werden.

Mitgliederbasis wählt neuen de'ge'pol-Vorstand

Die Mitgliederversammlung der de'ge'pol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. hat bei den turnusgemäßen Neuwahlen Dominik Meier als Vorsitzenden, Heiko Kretschmer als Schatzmeister sowie Dr. Viola Neu, Carsten J. Diercks und Sergius Seebohm als Stellvertretende Vorsitzende in ihren Ämtern bestätigt. Norbert Theihs und Raphael Neuner wurden als neue Stellvertretende Vorsitzende in den Vorstand aufgenommen. Aus diesem nach langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit ausgeschieden sind Alex Föller und Cornelius Winter.

„Ich freue mich sehr, dass es uns erneut gelungen ist, den Vorstand der de'ge'pol breit aufzustellen und wir Vertreter aus Politikberatung, Verbänden, Stiftungen, Großunternehmen und Kanzleien zusammenbekommen haben“, so Dominik Meier. „Die Zielsetzung des Vorstands bleibt, die Professionalisierung der Interessenvertretung weiter voranzutreiben. Unser Ethik- und Verhaltenskodex ist dabei auch weiterhin eine Richtschnur für die Branche und ein Gütesiegel für unsere Mitglieder“.

Die Mitglieder des Vorstands im Detail:

Der Vorsitzende Dominik Meier ist geschäftsführender Gesellschafter der Miller & Meier Strategische Politikberatung GmbH.

Der Schatzmeister Heiko Kretschmer ist Geschäftsführer der Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH.

Dr. Viola Neu ist Teamleiterin Empirische Sozialforschung in der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Carsten J. Diercks ist Rechtsanwalt und Politikberater sowie Mitglied des Rednernetzwerks Team Europe der Europäischen Kommission.

Sergius Seebohm ist Eigentümer der Beratung seebohm.berlin Public Affairs for Social Change.

Norbert Theihs ist Geschäftsführer der Verbindungsstelle zu Parlament und Bundesregierung des Verbandes der Chemischen Industrie in Berlin.

Raphael Neuner ist Leiter Nationale Politik der METRO GROUP.

de'ge'pol begrüßt Offenlegung der ausgestellten Hausausweise durch SPD-Bundestagsfraktion

Berlin, den 23.10.2015. Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. begrüßt die Entscheidung der SPD-Bundestagsfraktion, die Liste der von ihr mit Hausausweisen bedachten Interessenvertreter offenzulegen. „Die Entscheidung der SPD-Fraktion bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz für die Bürger im politischen Prozess“, sagt Dominik Meier, Vorsitzender der de'ge'pol. Als Branchenverband der Interessenvertreter setzt sich die de'ge'pol seit Jahren für ein universelles und verpflichtendes Lobbyregister ein, das alle Interessengruppen in Deutschland umfasst.

Bereits im Juni 2015 hatte das Berliner Verwaltungsgericht verkündet, dass die Bundestagsfraktionen darüber Auskunft erteilen müssen, wem sie Hausweise bewilligt haben. Die Grünen und die Linkspartei hatten dies auf Anfrage von abgeordnetenwatch.de bereits im April 2014 getan, während die Fraktionen von SPD und CDU/CSU sich bislang gegen eine Offenlegung sperrten. Die gestrige Entscheidung zur Veröffentlichung folgte unmittelbar auf die Ankündigung, dass der Bundestag gegen dieses Urteil vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in Berufung geht.

Der Ethikbeauftragte der de'ge'pol, Heiko Kretschmer, fordert von Bundestagspräsident Norbert Lammert, nicht in Berufung zu gehen und das erstinstanzliche Urteil zu akzeptieren: „Der Bundestag sollte sich berechtigten Forderungen nach größerer Transparenz im Umgang mit Lobbyisten nicht verschließen. Hier wird eine Chance vertan, dem Bürger Legitimität und Unabhängigkeit der politischen Entscheidungsfindung durch einen offenen Umgang mit dem Thema unter Beweis zu stellen.“

Bundestag beschließt Karenzzeitregelung für Regierungsmitglieder: de'ge'pol befürwortet verbindliche gesetzliche Regelung

Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de'ge'pol) begrüßt den gestrigen Beschluss des Bundestages über die Einführung verbindlicher Karenzfristen von bis zu 18 Monaten für Angehörige der Bundesregierung nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt. Nach der nun beschlossenen Reform müssen Mitglieder des Kabinetts sowie Parlamentarische Staatssekretäre der Bundesregierung schriftlich mitteilen, wenn sie innerhalb von 18 Monaten nach Niederlegung ihres Mandats einen Posten in der Privatwirtschaft annehmen wollen. Ein dreiköpfiges Expertengremium soll dann entscheiden, ob aufgrund zu großer Überschneidungen der früheren politischen Arbeit mit der neuen Position eine Sperrfrist von einem Jahr auferlegt wird. Diese Frist kann in schwerwiegenden Ausnahmefällen auf bis zu 18 Monate verlängert werden.

Der de'ge'pol-Vorsitzende Dominik Meier bezeichnete die nun beschlossene Regelung als „eine effektive und angemessene Maßnahme, um eine sinnvolle Trennung zwischen politischem Mandat und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten zu gewährleisten“. Einerseits würden hiermit verbindliche und transparente Bedingungen geschaffen, um sicherzustellen, dass öffentliche Interessen nicht beeinträchtigt werden. „Zum anderen schaffen die Vorschriften Rechtssicherheit für die Betroffenen und schützen sie vor pauschaler Kritik“, verdeutlicht Meier.

Dass die nun verabschiedete Regelung als Genehmigungspflicht ausgestaltet ist und kein befristetes Beschäftigungsverbot darstellt, hält Heiko Kretschmer, Vorstandsmitglied und Ethik-Beauftragter der de'ge'pol, für ein wichtiges Detail: „Eine Karenzregelung bedeutet immer auch einen Eingriff in die grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit.“ Dass die Feststellung eines Interessenkonfliktes einem externen Gremium aus Sachverständigen übertragen werde, garantiere eine grundrechtsschonende und transparente Auseinandersetzung im Einzelfall, so Kretschmer.

 

de'ge'pol begrüßt das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zur Offenlegung der Lobbykontakte aller Bundestagsfraktionen

Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de'ge'pol) begrüßt das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes vom 18. Juni 2015, nach dem der Bundestag Auskunft darüber geben muss, für welche Verbände die Bundestagsfraktionen Hausausweise bewilligt haben. Zugleich fordert die de’ge‘pol Bundestagspräsident Lammert auf, der Bundestagsverwaltung Einhalt zu gebieten und die Entscheidung des Verwaltungsgerichts anzuerkennen. Dies sei primär eine politische, keine juristische Frage und bedürfe daher einer politischen Entscheidung.

„Die richterliche Entscheidung ist ein guter Schritt, um auf einfache Weise mehr Transparenz für die Bürger im politischen Prozess zu erreichen“, sagt Dominik Meier, Vorsitzender der de’ge’pol. Die de'ge'pol setzt sich seit Jahren für ein universelles und verpflichtendes Lobbyregister ein, das alle Interessengruppen in Deutschland umfasst.

Die Internetplattform „abgeordnetenwatch.de“ hatte mit dem Ziel geklagt, die Namen von Lobbyorganisationen einzusehen, die von den Bundestagsfraktionen einen Hausausweis für den Bundestag erhalten haben. Das Berliner Verwaltungsgericht entschied nun, Bürger hätten nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ein Recht darauf zu erfahren, an welche Verbände Hausausweise vergeben worden seien und wie viele Ausweise für Lobbyisten es gebe. Rückschlüsse auf Personen aus den Fraktionen, die die Hausausweise bewilligt haben, seien nicht wahrscheinlich. Dies war ein Hauptargument der Bundestagsverwaltung gewesen, die Namen der Hausausweisträger nicht herauszugeben.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig; das Verwaltungsgericht hat die Berufung an das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zugelassen. Der Bundestag hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Heiko Kretschmer, der Ethikbeauftragte der de’ge’pol, fordert Bundestagspräsident Norbert Lammert auf: „Die Bundestagsverwaltung sollte davon Abstand nehmen, in Berufung zu gehen. Lammert muss die politische Dimension dieses Urteils sehen und entsprechend entscheiden.“